Leseprobe

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Die nachfolgende Leseprobe zitiert aus dem ersten Viertel der Handlung, wo sich das Unheimliche allmählich in das Leben der Heldin schleicht, aber lest selbst:

 

- Vera blickte sich um. Niemand folgte ihnen. Sie waren tatsächlich die Einzigen, die zu Hilfe eilten.

  Ihr Blick blieb hinter der Rückbank des Jeeps hängen, wo in einer Halterung ein Gewehr befestigt war. Offensichtlich eine mehrschüssige Winchester, wie man sie aus Westernfilmen kannte. „Brauchen wir das?“, rief sie gegen Motorlärm und Fahrtwind an und deutete auf die Waffe hinter sich.

  „Ich hoffe nicht!“, rief Ioannis zurück, ohne dabei den Blick von der schmalen Straße zu wenden, über die er in halsbrecherischem Tempo dem Feuerschein entgegenjagte.

  Der Jeep bockte und schlingerte. Steine knallten an den Unterboden und gegen die Radkästen. Ioannis fuhr, alle Scheinwerfer, die der Jeep zu bieten hatte, aufgeblendet und er fuhr am Limit.

  „Im Handschuhfach!“, rief er.

  „Was ist da?“, fragte Vera zurück.

  Der Jeep machte einen Satz über eine Bodenwelle, dass es Vera trotz Sicherheitsgurt vom Sitz hob. Die vorderen Stoßdämpfer schlugen durch und die Schutzwanne des Motors krachte auf die Straße.

  „Mach es auf!“

  Sie öffnete das Handschuhfach. Ein sechschüssiger Trommelrevolver lag darin.

  „Nimm ihn!“, rief Ioannis. „Steck ihn ein, vielleicht ist es nötig!“

  Zögernd nahm sie die Waffe an sich. Einstecken? Der hatte gut reden! Wohin sollte sie dieses Teil denn stecken? Zunächst behielt sie den Colt einfach in der Hand.

  „Für ein Rettungs- oder Feuerlöschteam sind wir aber schwer bewaffnet!“, rief sie.

  „Hier geht es wahrscheinlich um mehr als um Retten und Löschen!“, entgegnete er rätselhaft.

  Im gleichen Moment brachte er den Jeep mit einer harten Lenkbewegung und einem vollen Tritt aufs Bremspedal zum Stehen: Sie waren am oberen Ausläufer der höchsten Erhebung angelangt, welche Choriogatos von Illasandria trennte und der Blick ging frei von oben hinab zum Meer, nahe an dessen Ufer Choriogatos lag.

  Sie sprangen beide aus dem Auto und blickten hinunter zum Ort.

  Vera erwartete den Blick auf ein flammendes Inferno. Gemessen an dem Feuerschein, der schon von Illasandria aus so intensiv war, musste mindestens der halbe Ort in Flammen stehen.

  Was sie stattdessen sah, verschlug ihr den Atem: Choriogatos war anscheinend völlig unversehrt, aber im Halbkreis um den Ort herum, von Ufer zu Ufer, loderte eine geschlossene Feuerwand, so dass Choriogatos zur Hälfte von Feuer und zur Hälfte vom Meer umgeben war. Mehrere Meter hoch züngelten die gelben und roten Flammen, brannten aber lautlos und ohne Rauch. Die Luft darüber flimmerte.

  In Choriogatos selbst, das durch die Flammen hell erleuchtet war, konnte Vera keinerlei Leben feststellen, aber außerhalb der Feuerwand, da bewegte sich doch etwas?

  Auf der Rückbank des Jeeps hatte sie ein Fernglas gesehen. Sie steckte den Colt hinten in ihren Hosenbund, beugte sich in den Jeep hinein, angelte nach dem leistungsstarken Glas und richtete es dann auf die Flammen. Was sie dann plastisch und gestochen scharf sah, ließ ihr fast das Blut in den Adern gefrieren.

  Außerhalb der für sie anscheinend undurchdringlichen Barriere aus Flammen und Hitze schlichen katzenartige Wesen auf und ab. In dem Blickfeld, das ihr das Fernglas bot, waren es drei dieser, dieser… ihr fehlte einen Moment lang der richtige Ausdruck, bis er ihr einfiel: dieser Kreaturen!