unsere Fellnasen

Gini - unsere sanfte, liebe, alte Dame. 19 Jahre alt durfte sie werden, dann mussten wir sie schweren Herzens über die Regenbogenbrücke ziehen lassen. Natürlich ist ein katzenloses Leben nicht lebenswert und so sind bald darauf Kira und Nelly zu uns gekommen und ein gutes Jahr später noch unser Griechenbengel Zorbas, gefolgt von Leroy, aber Gini wird immer unvergessen bleiben!

die Rasselbande

Kira

Kira, die Chefin
Kira, die Chefin

Ende November 2011 war ein Artikel in der Zeitung, dass in der Tierauffangstation in Freising wieder mal ein herrenloses Kätzchen auf ein neues Zuhause hofft - Liebe auf den ersten Blick bei uns beiden - hingefahren und ein ca. 5 Monate altes Katzenmädchen ist uns förmlich um den Hals gefallen. Die Süße haben wir dann nach den Formalitäten mitnehmen dürfen mit dem Hinweis, sie würde manches Dosenfutter nicht vertragen und zu Durchfall neigen. Zuversichtlich haben wir es unserer Kira daheim gemütlich gemacht, sie hat sich sehr schnell eingelebt und wohlgefühlt. Die Durchfallattacken wurden dann aber zum Problem, weil sie zwar grundsätzlich ihre Katzenklos benutzte, aber immer wieder auch ihr Geschäft irgendwo im Haus verrichtete. Futter gewechselt, ersten Tierarzt konsultiert, wieder Futter gewechselt, Diätfutter gekauft, es wurde immer dramatischer. Sogar eine Katzenpsychologin haben wir ins Haus geholt, zeitgleich auch noch einen zweiten Tierarzt konsultiert, der dann Gottseidank die richtige Diagnose stellte. Kira leidet an einer exokrinen Pankreasinsuffizienz (EPI). Soll häufiger bei Katzen vorkommen und beschert Tieren und Haltern ziemliche Probleme, wenn es nicht behandelt wird. Es wurde Petzym verschrieben (ein künstliches Enzym zur Fettverdauung), zukünftig ein halber TL auf jede Futterration und gut ist's. Von Stunde an ging es mit Kira bergauf und sie hat sich zu einer prächtigen, bildschönen Mieze entwickelt, dem Alphatier in unserer Katzengang.

Nelly

unser Clown Nelly
unser Clown Nelly

Uns war von Anfang an klar, dass eine Mieze allein nix ist - unsere Gini war leider eine Einzelgängerin, die keine zweite Katze neben sich geduldet hat - also haben wir uns über Kontakte bei einer Pflegestelle für Katzen vorgestellt. Zu der Zeit lebte dort ein Dreiergespann von Wurfgeschwistern, die Wahl fiel uns sehr schwer und so haben wir uns für die frechste Samtpfote entschieden. So kam also unsere Nelly einen Tag nach Kira in's Haus, die beiden Mädels haben sich auf Anhieb verstanden. Unser "Fleckvieh" ist unglaublich aufgeweckt, eigensinnig und lernbegierig. Sie liebt es, uns vorzuführen, also raushängen zu lassen, wer das Sagen hat. Das schaut dann z.B. so aus: Wir haben Besuch, sind schön am Ratschen, Nelly kommt durch die Katzenklappe im anderen Zimmer zu uns rein, stellt sich vor die Terrassentüre und plärrt und quengelt so lange rum, bis Herrle oder Fraule aufstehen, um sie wieder raus zu lassen. Dann rennt sie am Haus entlang durch die Klappe wieder rein und steht 1 min später wieder vor der Terassentür. Das wiederholt sich beliebig oft. Kaum ist der Besuch aus dem Haus, bleibt man wie selbstverständlich drin oder draußen, aber jagt uns nicht mehr hoch. Das ist nur eine Ihrer Marotten, alle aufzuzählen, würde diesen Rahmen sprengen. Gleichzeitig ist sie aber total lieb und verschmust - wenn sie mag.

Zorbas

Zorbas the Greek
Zorbas the Greek

Urlaub 2012 auf Rhodos. In unserer "Stammtaverne" direkt am Strand gab es seit jeher ein Katzenrudel recht konstanter Größe und Zusammensetzung. Natürlich auch immer viel Jungvolk. Man war jedes Mal versucht, sich die Reisetasche vollzupacken, aber bisher hatte die Vernunft immer gesiegt. Bisher. Aber dann kam "ER". Klein, ein wenig schüchtern und ganz offensichtlich mit einem Augenleiden. Nachdem die Taverne im Spätherbst immer schließt und sich das Rudel den Winter über zerstreut und irgendwie durchkämpft, wäre er wohl mit seiner fortschreitenden Erblindung irgendwann verhungert. Da sind dann alle guten Vorsätze über Bord gegangen und wir haben beschlossen, ihn zu adoptieren. Es war viel Gerenne und Telefonieren nötig, aber wir haben mit viel Glück und einer im Nachhinein wie bestellt erscheinenden Beziehungskette von Bekannten alles in die Wege leiten können. "Zorbas", so hieß er von Anfang an, wurde bei einer Tierärztin erstbehandelt und geimpft, mit allen Papieren versorgt und aufgepäppelt. Und so konnte er schließlich in einer Reisebox den Weg zu uns nach Freising antreten. Seine durch eine Herpesinfektion verursachte Hornhautwucherung haben wir Dank einem auf die Augen von Haustieren spezialisierten Tierarzt in München gut in den Griff bekommen. Zorbas hat sich mittlerweile zu einem stattlichen 5 kg Kater entwickelt, der seine Mädels gut in der Pfote hat - oder ist es umgekehrt?

 

Seit dem 21. September 2013 ist das alles Vergangenheit... Zorbas starb in einer Tierarztpraxis an den Folgen seiner Verletzungen, die ihm am Vortag ein Auto zugefügt hatte. Leb wohl kleiner Mann. Du hattest bei uns sicherlich ein schönes Jahr, aber wir hätten dir gerne noch viel mehr gegönnt!

 

Nicht nur Fraule und Herrle war sehr traurig, auch Kira und speziell Nelly haben ihren Freund und Kameraden vermisst und gesucht. So haben wir uns nach langem Überlegen dazu entschlossen, noch einmal einen kleinen Wicht bei uns aufzunehmen und am 4. Oktober stieg

 

Leroy aus seiner Transportbox in unser Katzenzimmer. Aber seht selbst:

 

Unser kleiner Wirbelwind hat sich mittlerweile (März 2014) auch zu einem hübschen Jungkater entwickelt, der alle Freiheiten von Garten und Wald zu schätzen weiß und sich zu einem prima Jäger entwickelt hat. Es werden harte Zeiten für die Nagerpopulation ums Haus herum anbrechen, da Kira und Nelly natürlich auch ihren täglichen Tribut verlangen. Leroy und Nelly: das ist ein Thema für sich. Sie küssen und sie schlagen sich. Bitterböser Ernst ist zwar nie im Spiel, aber Nelly muss oft furchtbar (theatralisch) kreischen, wenn sie von Leroy aufs Kreuz gelegt wird.

 

10. Juni 2014: Leroy musste viel zu früh den Weg über die Regenbogenbrücke gehen. Am 19. Mai endete sein kleines Leben unter den Rädern eines Autos - fast auf den Tag genau 8 Monate nach Zorbas. Jetzt haben wir zwei frische Gräber im Garten und die Gewissheit, dass wir uns keinen Neuzugang mehr ins Haus holen. Kira und Nelly sind mittlerweile alt und erfahren genug, dass sie hoffentlich(!) die Nähe der Straße meiden bzw. die von ihr ausgehende Gefahr kennen. Aber wieder einen kleinen, dummen Jungspund ohne Lebenserfahrung so schnell zu verlieren - das ertragen wir nicht mehr. So bleibt es jetzt bei unserem Zweierteam und das - so Bastet will - noch viele Jahre lang.

 

 

Ein paar Fotos unserer Meute - noch mit Zorbas, aber ohne Leroy.

 

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